Geschichte der Kapelle Obere Feselalpe

 
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ca 1920

ca. 1950

Zeichnung Pfänder, Chronik Gemeinde Gampel 


Als Baujahr gab die Inschrift über dem Eingang 1767 an. Das Altärchen soll der obere Aufsatz des Marienaltars aus der Pfarrkirche in Gampel gewesen sein. Der Altar von den Spitzen-Steinen und jener der Oberen Feselalpe gehören wahrscheinlich zusammen. Als Erbauer der Kapelle in der Oberen Feselalpe gilt Domherr, Dr. Christian Kayser, Pfarrer in Gampel, von 1755 bis 1780.1920 wurde die Kapelle renoviert, um die Einsturzgefahr des Daches zu beheben.
1975/76 wurde die stark einsturzgefährdete Kapelle abgerissen.

Kapellen-Verein

Am 10. März 2000 wurde der Verein "Kapelle Obere Feselalpe" gegründet.Gemäss Statuten bezweckt der Verein den Wiederaufbau und den Unterhalt der Kapelle in der Oberen Feselalpe. Die Kapelle soll ein Ort der Besinnung und Begegnung werden. Auch ein Ort für einen Abusitz, sowie ein Treffpunkt von Einheimischen und Gästen. Als Schutzpatron der neuen Kapelle wurde der heilige Wendelin bestimmt. Die Projektplanung und Bauleitung für die neue Kapelle erteilte man Architekt Schnyder Beat. Am 22. September 2001 wurde der Grundstein gelegt. Die Segnung der neuen Kapelle erfolgte am 15. August 2004 durch H.H. Generalvikar Josef Zimmermann. Der Kostenvoranschlag für den Neubau betrug 140'000.- Fr. Die Mittel für den Bau der Kapelle wurden durch Mitgliederbeiträge, Fronarbeit, Zuwendungen, Gönnern, sowie den Erträgen aus Aktivitäten des Vereins bestritten.

Für alle Gaben und Zuwendungen, die zum Gelingen dieses Bauvorhabens beigetra-gen haben, ein herzliches Dankeschön.
„Vägält näs der liäb Gott“
Nordseite Kapellenraum

Schutzpatron der neuen Kapelle ist der heilige Wendelin (St. Wändel)

Die Legende erzählt: Der iroschottische Königssohn verzichtet auf den Thron, um Gott in Einsamkeit dienen zu können. Im Anschluss an eine Wallfahrt nach Rom beginnt er in der waldigen Wildnis von St. Wendel bei Trier ein Einsiedlerleben. Wendelin gilt als Patron der Hirten und Herden, der Bauern, der Landleute, als Nothelfer, als Schutzheiliger gegen Viehseuchen, ja sogar als Pestheiliger. Wendelin ist gerade in ländlichen Gegenden seit jeher bekannt als Heiliger Schutzpatron der Hirten und Bauern.
                                     

Die Statue aus Holz ist ein Geschenk der Pfarrei Gampel an die Kapelle. Sie wurde von Eyer Marcel aus Ried-Brig nach dem Original aus der Kirche in Gampel reproduziert und durch den Restaurator Furrer Martin aus Brig „eingekleidet“
Das Altarkreuz
Das Kreuz wurde von Eyer Marcel aus Ried-Brig gestaltet und ist ein privates Geschenk an die Kapelle.

Maria
Die genaue Herkunft der Statue, Maria mit dem Kind, ist nicht nachweisbar. Es ist ein Geschenk aus Privatbesitz an die Kapelle.

Sie wurde durch das Atelier Furrer Martin aus Brig restauriert und neu „eingekleidet“.
Altar
Das Standkreuz auf der Reliquienabdeckung der alten Kapelle wurde gerettet und als Zeitzeuge und Erinnerung an früher in den neuen Altar integriert. Die Reliquie aus der ehemaligen Kapelle wurde im Pfarrhaus in Gampel aufbewahrt und in die neue Altarplatte wieder eingefügt.
Kreuzwegbilder

Gabriela Hildbrand aus Gampel hat diesen wunderschönen «Kreuzweg» aus Naturseide gestaltet und ausgeführt. Die Kreuzwegbilder wurden von einer Privatperson gestiftet.

Fenster

Konzept / Gestaltung: Gabriela Hildbrand, Gampel. Ausführung in Zusammenarbeit mit Glas-Atelier Diaphane, Brigitte Santschi, Sierre.

Die Technik ist Bleiverglasung mit handgemachtem Antikglas und nach aussen mit Schutz-verglasung.

Es sind insgesamt 681 Teile aus denen das gesamte Bild besteht. Die 18 Fensterteile wurden von privaten Spendern und Spenderinnen gestiftet.

Motiv der Glasfront: Auf der Alp ist man Gott ein Stückchen näher - die Menschen rücken dort oben zusammen. Die Geselligkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft haben auf der Alpe einen anderen Stellenwert als im Tal.
(Zitat von Gabriela Hildbrand)

Beim Betrachten bietet das Bild verschiedene Interpretationsmöglichkeiten und Assoziatio-nen: Die vier Elemente, Erde, Feuer, Wasser, Luft. - der Gratzug der armen Seelen.- eine Menschenmenge, die sich für den Gottesdienst vor der Kirche versammelt. Dann, die Äcker und Felder im Talboden und die Verbundenheit mit der Natur. Es sind noch viele andere Interpretationen möglich. Je nach dem was die betrachtende Person für einen Bezug zum Ort oder zu den Bergen hat, und auch andere persönliche Hintergründe mitbringt.
(gemäss Projektbeschrieb).

Bildstock
Zum 10jährigen Jubiläum der Kapelle wurde durch den Kapellenverein im Rännärcher ein Bildstock mit einem Ruheplatz und einer Sitzgelegenheit zum Meditieren erstellt.

Einsegnung der Kapelle 2004 durch H.H. Generalvikar Josef Zimmermann

Nach altem Brauch und Ordnung erhält der Priester, der die Hl. Messe am Alpsonntag zelebriert, von der Alpgenossenschaft einen Anteil vom «Nutzen» (Alpkäse).

Die Messfeier am «Obru-Alpusunntag» findet immer am letzten Sonntag im Monat Juli statt.

PS: Vereins-Statuten Art. 17 Auflösung des Vereins
Bei der Auflösung des Vereins fällt die Kapelle und das gesamte Vereinsvermögen an die Alpkorporation Feselalpe.

Artikel aktualisiert am Juni 21, 2024